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E-Rechnung empfangen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Handwerker

E-Rechnung erhalten und nur XML-Code gesehen? So empfangen, öffnen, prüfen und archivieren Sie XRechnung & ZUGFeRD richtig – inklusive kostenlosem Viewer und ohne neue Software.

John Neufeldt·12. Juni 2026
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Seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Unternehmer in Deutschland E-Rechnungen empfangen können – vom Solo-Selbstständigen bis zum Mittelständler, ganz gleich ob Sie selbst schon E-Rechnungen schreiben oder nicht. Für viele Handwerksbetriebe beginnt das Thema mit einem unangenehmen Moment: Der Baustoffhändler schickt seine Rechnung, im Anhang liegt eine .xml-Datei – und ein Doppelklick zeigt nur kryptischen Code. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eingehende E-Rechnungen empfangen, lesbar machen, prüfen und rechtssicher ablegen. Ganz ohne teure Software.

Kurz vorab: Eine E-Rechnung ist kein PDF, sondern eine strukturierte Datendatei (XML) nach der EU-Norm EN 16931. Genau deshalb lässt sie sich nicht einfach „aufmachen" wie ein Briefanhang.


Empfangspflicht seit 2025: Was das konkret bedeutet

Die Empfangspflicht ist die erste Stufe der E-Rechnungspflicht – und sie gilt bereits jetzt für alle. Während die Pflicht zum Versand erst gestaffelt kommt (ab 2027 für Betriebe über 800.000 € Umsatz, ab 2028 für alle), gibt es beim Empfang keine Übergangsfrist und keine Umsatzgrenze.

Aspekt Regelung
Wer? Alle Unternehmen im B2B – auch Kleinunternehmer nach § 19 UStG
Seit wann? 1. Januar 2025, ohne Übergangsfrist
Was muss ich können? E-Rechnungen annehmen und lesbar verarbeiten
Reicht ein E-Mail-Postfach? Ja – ein normales Postfach genügt als Empfangskanal

Praktisch heißt das: Sie müssen niemandem mehr widersprechen, der Ihnen eine E-Rechnung schickt. Ein Lieferant darf seine Rechnung als XRechnung oder ZUGFeRD senden, und Sie sind verpflichtet, sie entgegenzunehmen und korrekt zu verbuchen.


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Schritt 1: Einen festen Posteingang einrichten

Bevor die erste E-Rechnung im allgemeinen Mail-Chaos untergeht, richten Sie einen klaren Eingangskanal ein. Am einfachsten: eine dedizierte Adresse wie rechnung@ihrbetrieb.de, die Sie Ihren Lieferanten als Rechnungsadresse nennen.

  • Vorteil: Alle E-Rechnungen laufen an einem Ort zusammen – nichts verschwindet zwischen Angebotsanfragen und Werbung.
  • Wichtig: Prüfen Sie, ob Ihr Mailserver .xml-Anhänge durchlässt. Manche Provider blockieren sie als vermeintliches Sicherheitsrisiko. Im Zweifel den Anhang in den Spam-/Quarantäne-Ordner-Einstellungen freigeben.
  • Damit ist die gesetzliche Empfangspflicht bereits erfüllt – ein eigenes Portal brauchen Sie dafür nicht.

Schritt 2: Das Format erkennen – XRechnung oder ZUGFeRD?

E-Rechnungen kommen in zwei Varianten, und Sie erkennen sie schon am Dateianhang:

Format Datei Woran erkennbar
XRechnung .xml Reine Datendatei, im Reader nur Code – häufig bei öffentlichen Auftraggebern
ZUGFeRD / Factur-X .pdf Sieht aus wie eine normale PDF, hat aber unsichtbar XML eingebettet
„Normale" PDF .pdf Keine E-Rechnung – ab 2027/2028 im B2B nicht mehr zulässig

Die Tücke bei ZUGFeRD: Die PDF öffnet jeder Reader, aber die rechtlich maßgeblichen Daten stecken im eingebetteten XML – und das sehen Sie ohne passendes Werkzeug nicht. Mehr zu den Formaten im Lexikon: XRechnung und ZUGFeRD.


Schritt 3: E-Rechnung öffnen und lesbar machen

Hier scheitern die meisten – dabei ist es der einfachste Schritt. Eine XML-Datei in Excel oder im PDF-Reader zu öffnen bringt nichts (und aus Excel niemals neu abspeichern, das verändert das Original). Was Sie brauchen, ist ein Viewer, der die strukturierten Daten in eine lesbare Rechnung übersetzt.

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Legen Sie die XRechnung (.xml) oder ZUGFeRD-PDF einfach in unseren E-Rechnung Viewer – er zeigt alle Positionen, Beträge und die Bankverbindung lesbar an, prüft die Pflichtfelder und speichert auf Wunsch eine PDF. Alles läuft 100 % im Browser, Ihre Rechnung wird nicht hochgeladen.

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Bei einer ZUGFeRD-Datei extrahiert der Viewer das eingebettete XML automatisch aus der PDF – Sie sehen also nicht nur die optische PDF-Ansicht, sondern die echten strukturierten Daten, auf die es bei der Verbuchung ankommt.


Schritt 4: Die Rechnung sachlich und rechnerisch prüfen

Bevor Sie eine Eingangsrechnung bezahlen und verbuchen, prüfen Sie sie – bei E-Rechnungen gilt das genauso wie bei Papier. Achten Sie auf:

  • Pflichtangaben nach § 14 UStG: vollständiger Name und Anschrift beider Parteien, Steuernummer oder USt-IdNr. des Ausstellers, Rechnungsnummer, Datum, Leistungsbeschreibung, Steuersatz und -betrag.
  • Rechnerische Richtigkeit: Stimmen Einzelpreise, Summe und ausgewiesene Umsatzsteuer? Ergibt Netto + USt den Bruttobetrag?
  • Sachliche Richtigkeit: Wurde die Leistung so erbracht? Stimmen Menge und Preis mit Ihrer Bestellung überein?

Der E-Rechnung Viewer übernimmt die formale Schnellprüfung für Sie: Er markiert fehlende Pflichtfelder und rechnet die Summen nach. Wie Sie Eingangsrechnungen systematisch kontrollieren, zeigt unser Leitfaden Handwerkerrechnung prüfen.


Schritt 5: GoBD-konform archivieren

E-Rechnungen müssen 10 Jahre revisionssicher aufbewahrt werden (GoBD) – und zwar im Originalformat. Das ist der Punkt, an dem ein einfacher Cloud-Ordner nicht ausreicht:

  • Aufbewahrungspflichtig ist die XML-Originaldatei, nicht die hübsche PDF-Lesekopie. Die PDF dürfen Sie zusätzlich ablegen, sie ersetzt das Original aber nicht.
  • Die Ablage muss unveränderbar und nachvollziehbar sein. Ein Verschieben oder Überschreiben in Dropbox erfüllt das nicht.
  • Warum eine reine Cloud-Ablage bei der Betriebsprüfung zum Problem wird, lesen Sie im Detail unter E-Rechnungspflicht 2025: Cloud-Ablage reicht nicht.
👷‍♂️

Meister-Tipp

Mein Rat aus der Praxis: Trennt sauber zwischen „lesen" und „aufbewahren". Zum schnellen Anschauen einer eingegangenen Rechnung reicht der kostenlose Viewer völlig. Aber für die revisionssichere 10-Jahres-Ablage braucht ihr ein System, das die XML-Originale unveränderbar speichert. Wer beides vermischt und nur PDFs in der Cloud sammelt, steht bei der Prüfung mit leeren Händen da.

Die häufigsten Fehler beim Empfang – und wie Sie sie vermeiden

Fehler Folge Richtig
XML in Excel öffnen und neu speichern Original verändert, GoBD-Verstoß Nur mit Viewer ansehen, Original unangetastet lassen
Nur die PDF-Ansicht einer ZUGFeRD-Datei ablegen XML-Original fehlt im Archiv Komplette Datei inkl. eingebettetem XML speichern
E-Rechnung ausdrucken und abheften Erfüllt GoBD nicht Digital im Originalformat archivieren
XML-Anhänge vom Mailserver blockiert Rechnung kommt nie an Filter prüfen, .xml zulassen

Häufige Fragen zum Empfang von E-Rechnungen

Muss ich als Kleinunternehmer E-Rechnungen empfangen können?

Ja. Die Empfangspflicht gilt seit 2025 ausnahmslos für alle Unternehmer im B2B – auch für Kleinunternehmer nach § 19 UStG. Nur die Versandpflicht greift bei Ihnen später bzw. ist für reine B2C-Betriebe nicht relevant.

Brauche ich eine kostenpflichtige Software, nur um E-Rechnungen zu lesen?

Nein. Zum reinen Öffnen und Prüfen genügt ein kostenloser Viewer wie der E-Rechnung Viewer. Eine kostenpflichtige Lösung lohnt sich erst, wenn Sie regelmäßig E-Rechnungen erstellen und revisionssicher archivieren wollen.

Was mache ich, wenn der Lieferant mir eine normale PDF schickt?

Bis Ende 2026 ist das in der Übergangsfrist noch zulässig. Ab 2027/2028 muss er im B2B eine echte E-Rechnung senden. Eine reine PDF ohne eingebettetes XML ist dann keine ordnungsgemäße Rechnung mehr – im Zweifel beim Aussteller eine E-Rechnung nachfordern.

Kann ich eine empfangene XRechnung in eine PDF umwandeln?

Ja. Der Viewer erzeugt aus der XML-Datei eine lesbare PDF zum Abheften und Weiterleiten. Wichtig: Diese PDF ist eine Arbeitskopie – aufbewahrungspflichtig bleibt die XML-Originaldatei.

Reicht ein normales E-Mail-Postfach als Empfangskanal?

Ja. Ein gängiges E-Mail-Postfach genügt, um die Empfangspflicht zu erfüllen. Ein spezielles Portal oder eine Schnittstelle ist nur bei bestimmten öffentlichen Auftraggebern nötig.


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Fenster- & Bauelemente-Experte, Unternehmer

Veröffentlicht: 12. Juni 2026

John Neufeldt ist Unternehmer im Handwerk und Inhaber von Meylen.de (Fenstersysteme) sowie Garten-Eifel.de (GaLaBau). Sein Werdegang führt von der Fenstermontage über Schüco-zertifizierte Fertigung bis zur Geschäftsführung eines Fensterproduktionswerks. Auf Clean Invoice teilt er sein Praxiswissen zu Fenstern, Haustüren, Garagentoren und Betriebsführung im Handwerk.

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