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Recht & Finanzen

Skonto

SkontoEin prozentualer Preisnachlass (meist 2–3 %) auf den Rechnungsbetrag, den der Rechnungssteller für Zahlung innerhalb einer kurzen Frist gewährt

4 Min. Lesezeit

Was ist Skonto?

Skonto (von italienisch sconto = Abzug) ist ein prozentualer Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag, den der Rechnungssteller für eine Zahlung innerhalb einer kurzen Frist gewährt – typisch sind 2 bis 3 % bei 7 bis 14 Tagen. Wirtschaftlich ist Skonto eine Belohnung für schnelle Zahlung: Der Handwerker kommt früher an sein Geld und spart sich Mahnwesen und Zinskosten, der Kunde zahlt weniger.

Im Handwerk taucht Skonto an zwei Stellen auf:

  1. Eingangsseite: Der Betrieb kauft Material beim Großhändler und kann durch schnelle Zahlung Skonto ziehen – einer der einfachsten Hebel zur Senkung der Materialkosten.
  2. Ausgangsseite: Der Betrieb gewährt seinen Kunden Skonto auf der Handwerkerrechnung, um schneller an sein Geld zu kommen und die Liquidität zu sichern.

Skonto berechnen: Formel und Beispiele

Die Grundformel ist einfach:

Skontobetrag = Rechnungsbetrag (brutto) × Skontosatz ÷ 100 Zahlbetrag = Rechnungsbetrag − Skontobetrag

Rechenbeispiele

Rechnungsbetrag (brutto)2 % SkontoZahlbetrag3 % SkontoZahlbetrag
1.000 €20 €980 €30 €970 €
2.500 €50 €2.450 €75 €2.425 €
5.000 €100 €4.900 €150 €4.850 €
10.000 €200 €9.800 €300 €9.700 €
25.000 €500 €24.500 €750 €24.250 €

Ihren konkreten Fall rechnet unser kostenloser Skonto-Rechner durch – inklusive USt-Aufteilung, Effektivzins und der Frage, ob sich Skontoziehung über den Kontokorrent lohnt.

Skonto auf Brutto oder Netto?

Skonto wird auf den Bruttobetrag gewährt. Da im Bruttobetrag die Umsatzsteuer steckt, reduziert sich diese anteilig mit:

PositionOhne SkontoMit 2 % Skonto
Netto4.201,68 €4.117,65 €
USt 19 %798,32 €782,35 €
Brutto5.000,00 €4.900,00 €

Beide Seiten müssen die Umsatzsteuer nach § 17 UStG (Änderung der Bemessungsgrundlage) korrigieren: Der Handwerker schuldet weniger USt, der vorsteuerabzugsberechtigte Kunde darf weniger Vorsteuer ziehen.

Der Effektivzins: Warum Skonto fast immer lohnt

Wer Skonto nicht nutzt, nimmt beim Lieferanten faktisch einen extrem teuren Kredit auf. Die Formel für den Effektivzins:

Effektivzins p.a. = Skontosatz ÷ (100 − Skontosatz) × 360 ÷ (Zahlungsziel − Skontofrist)

SkontoSkontofristZahlungszielEffektivzins p.a.
1 %10 Tage30 Tage~18 %
2 %10 Tage30 Tage~37 %
2 %14 Tage30 Tage~46 %
3 %7 Tage30 Tage~48 %
3 %10 Tage20 Tage~111 %

Rechenbeispiel: 2 % Skonto, 10 Tage Frist, 30 Tage Ziel: 2 ÷ 98 × 360 ÷ 20 = 0,367 → 36,7 % p.a.

Die Konsequenz für die Praxis: Selbst wer den Kontokorrentkredit (typisch 10–14 % Zinsen) nutzen muss, um innerhalb der Skontofrist zu zahlen, macht ein gutes Geschäft. Bei 10.000 € Rechnungssumme kostet der Kredit für 20 Tage rund 67 € – das Skonto bringt 200 €. Den Vergleich mit Ihrem eigenen Sollzins rechnet der Skonto-Rechner auf Knopfdruck.

Rechtliche Regeln: BGB und VOB/B

AspektRegelung
VereinbarungspflichtSkonto gilt nur, wenn es vertraglich vereinbart wurde – im Angebot, Werkvertrag oder auf der Rechnung
Eigenmächtiger AbzugUnzulässig – der Handwerker kann die Differenz nachfordern (bei VOB-Verträgen ausdrücklich: § 16 Abs. 5 Nr. 2 VOB/B)
SkontofristMuss konkret benannt sein („innerhalb 10 Tagen ab Rechnungsdatum") – ohne Frist ist die Skontoklausel unwirksam
Rechtzeitige ZahlungMaßgeblich ist nach h.M. die Gutschrift beim Empfänger, nicht die Anweisung
PROTECTED_6Skonto gilt nur dafür, wenn ausdrücklich vereinbart – sauber regeln, ob je Abschlag oder nur auf die Schlussrechnung
TeilzahlungSkonto nur auf den fristgerecht gezahlten Teil, wenn Teilzahlung überhaupt vereinbart ist

Den vollständigen Normtext können Sie bei dejure.org (§ 16 VOB/B) nachlesen; die umsatzsteuerliche Behandlung regelt § 17 UStG.

Typischer Streitfall: Frist um einen Tag verpasst

Der Kunde überweist am 10. Tag, das Geld kommt am 12. Tag an – und zieht trotzdem Skonto. Rechtlich ist der Skontoabzug dann unberechtigt: Der Handwerker darf die Differenz nachfordern. In der Praxis wägen viele Betriebe ab: Bei guten Stammkunden und wenigen Tagen Verspätung wird oft kulant verzichtet, bei systematischem „Skonto-Trotzdem-Abziehen" sollte konsequent nachgefordert werden – sonst etabliert sich ein faktischer Preisnachlass von 2–3 % auf alles.

Skonto im Handwerk: Material, Lohn und Kalkulation

Eine Besonderheit im Handwerk: Die Marge liegt oft unter 10 % – ein pauschales Skonto von 3 % auf die Gesamtsumme kann also fast ein Drittel des Gewinns kosten. Deshalb gibt es drei verbreitete Modelle:

ModellFunktionsweiseTypisch bei
Skonto auf Gesamtbetrag2–3 % auf die komplette RechnungGrößere Betriebe, gewerbliche Kunden
Skonto nur auf MaterialLohnanteil bleibt skontofrei, Materialanteil separat ausgewiesenAusbaugewerke mit hohem Materialanteil
Kein SkontoStattdessen kurze Zahlungsziele und konsequentes MahnwesenKleinbetriebe, Privatkunden

Entscheidend ist die PROTECTED_11: Wer Skonto gewährt, muss es vorher einpreisen. Faustregel: Den Skontosatz auf den Zuschlagssatz aufschlagen, damit der kalkulierte Deckungsbeitrag auch bei Skontoabzug erhalten bleibt. Wie Sie Ihren Stundensatz korrekt kalkulieren, zeigt unser Stundenlohnrechner.

Skonto strategisch nutzen (Einkaufsseite)

Beim Materialeinkauf ist Skonto der einfachste Renditehebel des Betriebs:

  • Großhändler gewähren fast immer 2–3 % Skonto – konsequent ziehen spart bei 100.000 € Jahresmaterialeinsatz 2.000–3.000 € pro Jahr
  • Skontoziehung in der Liquiditätsplanung fest einplanen (Daueraufträge, Zahlläufe 2× pro Woche)
  • Bei Liquiditätsengpass: Kontokorrent nutzen statt Skonto verfallen lassen (siehe Effektivzins-Tabelle oben)

Buchung: Skonto in der Buchhaltung

Skonti werden auf eigenen Konten erfasst, damit die Erlös- bzw. Aufwandsschmälerung sichtbar bleibt:

VorgangSKR03SKR04
Gewährte Skonti (Kunde zieht Skonto bei Ihnen)87304730
Erhaltene Skonti (Sie ziehen Skonto beim Lieferanten)37305730

Beim Buchen wird zusätzlich die Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer anteilig korrigiert (§ 17 UStG). Moderne Buchhaltungs- und E-Rechnungs-Software erledigt die Steuerkorrektur automatisch beim Ausbuchen des offenen Postens.

Muster-Formulierungen

Auf der Rechnung (empfohlen, mit Betrag):

„Zahlbar innerhalb von 30 Tagen ohne Abzug. Bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen ab Rechnungsdatum gewähren wir 2 % Skonto (Skontobetrag: 100,00 €, Zahlbetrag: 4.900,00 €)."

Den Skontobetrag in Euro auszuweisen vermeidet Rechenfehler des Kunden – und Diskussionen über Brutto/Netto.

Im Angebot / Vertrag:

„Der Auftraggeber ist berechtigt, bei Zahlung innerhalb von 10 Kalendertagen nach Zugang der jeweiligen Rechnung 2 % Skonto vom Bruttorechnungsbetrag abzuziehen. Maßgeblich für die Fristwahrung ist die Gutschrift auf dem Konto des Auftragnehmers. Das Skonto gilt für Abschlags- und Schlussrechnungen gleichermaßen."

Kein Skonto gewünscht:

„Der Rechnungsbetrag ist innerhalb von 14 Tagen nach Zugang der Rechnung rein netto (ohne Abzug) fällig."

Häufige Fehler

FehlerFolgeRichtig
Skonto abgezogen, obwohl nie vereinbartNachforderung + ggf. VerzugNur bei ausdrücklicher Vereinbarung abziehen
Frist ab „Erhalt" statt ab Rechnungsdatum unklarStreit über FristbeginnFristbeginn in der Klausel definieren
Skonto nur vom Nettobetrag berechnetKunde verschenkt GeldImmer vom Bruttobetrag rechnen
USt nicht korrigiertFehlerhafte USt-Voranmeldung§ 17 UStG: beide Seiten korrigieren
Skonto bei Teilzahlung voll abgezogenUnberechtigter AbzugSkonto nur anteilig auf gezahlten Betrag
Skonto nicht einkalkuliertMarge schmilzt unbemerktSkontosatz in die Kalkulation einpreisen
👷‍♂️

Meister-Tipp

Skonto ist auf der Einkaufsseite bares Geld: Bei uns laufen die Lieferantenrechnungen zweimal pro Woche im Zahllauf, und Skonto wird grundsätzlich gezogen – notfalls über den Kontokorrent. Auf der Ausgangsseite bin ich vorsichtiger geworden: Skonto gebe ich nur noch gewerblichen Kunden, mit klarer Frist und dem Skontobetrag in Euro auf der Rechnung. Seit wir das so machen, gibt es praktisch keine Diskussionen mehr über eigenmächtige Abzüge.

Skonto vs. Rabatt vs. Bonus

MerkmalSkontoRabattBonus
AnlassSchnelle ZahlungSofortnachlass (Menge, Aktion)Rückvergütung am Periodenende
ZeitpunktBei ZahlungBei RechnungsstellungNachträglich (z. B. Jahresende)
Höhe typisch2–3 %5–20 %1–5 % vom Jahresumsatz
Auf der Rechnung?Als ZahlungsbedingungBereits abgezogenSeparate Gutschrift

Weiterführend

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Häufige Fragen zu Skonto

Was bedeutet 2 % Skonto bei 10 Tagen?
Zahlen Sie die Rechnung innerhalb von 10 Tagen, dürfen Sie 2 % vom Rechnungsbetrag abziehen. Bei einer Rechnung über 5.000 € zahlen Sie also nur 4.900 €. Zahlen Sie später, ist der volle Betrag innerhalb des regulären Zahlungsziels fällig.
Wird Skonto vom Brutto- oder Nettobetrag abgezogen?
Skonto wird vom Bruttobetrag (inklusive Umsatzsteuer) abgezogen. Die Umsatzsteuer reduziert sich dabei anteilig automatisch mit – beide Seiten müssen die USt nach § 17 UStG entsprechend korrigieren. Wer nur vom Netto abzieht, verschenkt den Skonto-Anteil auf die Steuer.
Darf der Kunde einfach Skonto abziehen, ohne dass es vereinbart wurde?
Nein. Skonto muss ausdrücklich vereinbart sein – im Angebot, Vertrag oder auf der Rechnung. Ein eigenmächtiger Abzug ist eine Teilzahlung: Der Handwerker kann den Differenzbetrag nachfordern und bei Verzug sogar mahnen. Bei VOB-Verträgen stellt § 16 Abs. 5 VOB/B das ausdrücklich klar.
Gilt Skonto auch, wenn die Überweisung am letzten Tag der Frist abgeschickt wird?
Riskant: Nach herrschender Auffassung muss der Betrag innerhalb der Skontofrist beim Handwerker gutgeschrieben sein, nicht nur angewiesen. Wer auf den letzten Tag wartet, riskiert den Skontoverlust. Praxis-Tipp: spätestens 2 Bankarbeitstage vor Fristende überweisen.
Lohnt es sich, für Skonto den Kontokorrentkredit zu nutzen?
Fast immer ja. 2 % Skonto bei 10 Tagen statt 30 Tagen Zahlungsziel entsprechen einem Effektivzins von rund 37 % pro Jahr. Selbst ein teurer Kontokorrentkredit mit 12–14 % Zinsen ist deutlich günstiger – die Differenz ist Ihr Gewinn.
Wie wird Skonto im Handwerk üblicherweise vereinbart – auf Material und Lohn?
Verhandlungssache. Üblich sind drei Varianten: Skonto auf die Gesamtsumme, Skonto nur auf den Materialanteil (der Lohnanteil bleibt skontofrei) oder gar kein Skonto. Da die Marge im Handwerk oft unter 10 % liegt, kalkulieren viele Betriebe das Skonto vorher in den Preis ein.
Gibt es Skonto auch auf Abschlagsrechnungen?
Nur wenn es so vereinbart ist. Eine Skontovereinbarung sollte klar regeln, ob sie für jede einzelne Abschlagsrechnung, nur für die Schlussrechnung oder für die Gesamtabrechnung gilt. Bei VOB-Verträgen empfiehlt sich eine ausdrückliche Regelung im Vertragstext, sonst drohen Streitigkeiten.
Muss ein Handwerker Skonto gewähren?
Nein, es gibt keine Pflicht. Skonto ist ein freiwilliges Zahlungsanreiz-Instrument. Öffentliche Auftraggeber fragen Skonto-Konditionen aber häufig in der Ausschreibung ab – dort kann ein angebotenes Skonto die Wertung des Angebots verbessern.
Skonto berechnen: Formel, Effektivzins & Regeln im Handwerk | Lexikon | Clean Invoice