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Recht & Finanzen

Lohnnebenkosten

LohnnebenkostenZusätzliche Kosten, die über den Bruttolohn hinaus pro Mitarbeiter anfallen, insbesondere Sozialversicherungsbeiträge

1 Min. Lesezeit

Was sind Lohnnebenkosten?

Lohnnebenkosten sind alle Kosten, die ein Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn eines Mitarbeiters tragen muss. Im Handwerk liegen sie typischerweise bei 70–100 % des Bruttolohns — ein Mitarbeiter mit 3.000 € Bruttolohn kostet den Betrieb also 5.100–6.000 € pro Monat. Die korrekte Berechnung ist entscheidend für einen realistischen Stundenverrechnungssatz.

Zusammensetzung der Lohnnebenkosten 2026

Gesetzliche Sozialversicherung (Arbeitgeberanteil)

VersicherungAG-Anteil 2026
Krankenversicherung7,3 % + Zusatzbeitrag (Ø 0,85 %)
Rentenversicherung9,3 %
Arbeitslosenversicherung1,3 %
Pflegeversicherung1,7 %
Summe SV-Beiträgeca. 20,5 %

Weitere Pflichtbeiträge

PositionKosten
Berufsgenossenschaft (BG Bau)3–8 % je nach Gewerk
Umlagen U1 (Krankheit)ca. 1,0–3,0 %
Umlagen U2 (Mutterschutz)ca. 0,2–0,5 %
Insolvenzgeldumlage (U3)ca. 0,06 %

Bezahlte Ausfallzeiten

PositionTage/JahrKosten
Urlaub3012 % der Lohnkosten
Feiertage10–124 %
Krankheit (Ø)10–155 %
Weiterbildung3–52 %
Gesamt Ausfallzeitenca. 23 %

Sonstige Personalnebenkosten

  • Arbeitsbekleidung und PSA: 500–1.500 €/Jahr
  • Vermögenswirksame Leistungen: bis 480 €/Jahr
  • Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld (tariflich): 3–8 % des Jahresbrutto
  • Betriebliche Altersvorsorge (falls vereinbart)
  • Werkzeug und Gerätepauschale

Gesamtkosten: Rechenbeispiel

Gesellenbruttolohn: 3.200 €/Monat = 38.400 €/Jahr

PositionBetrag/Jahr
Bruttolohn38.400 €
+ SV-Beiträge (20,5 %)7.872 €
+ BG Bau (5 %)1.920 €
+ Umlagen (1,5 %)576 €
+ Urlaubs-/Weihnachtsgeld2.500 €
+ Bezahlte Ausfallzeiten (23 %)8.832 €
+ Arbeitskleidung, PSA1.000 €
Gesamtkosten Arbeitgeber61.100 €
Aufschlag auf Bruttolohn≈ 59 %

Inklusive unproduktiver Zeiten

Rechnet man die unproduktiven Zeiten auf der Baustelle (Anfahrt, Rüstzeit, Material holen) mit ein, steigt der effektive Zuschlag auf 70–100 %. Das bedeutet:

Ein Mitarbeiter mit 20 €/h Bruttolohn kostet den Betrieb effektiv 34–40 €/h.

Warum das wichtig ist

Die meisten Handwerksbetriebe unterschätzen ihre Lohnnebenkosten erheblich. Wer nur die SV-Beiträge (20 %) ansetzt und Urlaub, Krankheit und BG-Beiträge vergisst, kalkuliert 30–40 % zu niedrig — und wundert sich am Jahresende über fehlendes Geld.

Branchenunterschiede

GewerkBG-BeitragGesamt-Zuschlag
Bau / Dachdecker6–8 %85–100 %
Elektriker3–4 %70–85 %
Maler4–5 %75–90 %
SHK3–5 %75–90 %
Büro / Verwaltung0,5–1 %55–65 %
👷‍♂️

Meister-Tipp

Der teuerste Irrtum in der Handwerkskalkulation: "Mein Geselle bekommt 22 Euro die Stunde, also nehme ich dem Kunden 45 Euro." Die Rechnung geht so nicht auf. Mit Sozialabgaben, BG, Urlaub, Krankheit und Rüstzeiten kostet der Geselle Sie 38–42 Euro pro produktiver Stunde. Da sind Werkstattmiete und Transporter noch nicht dabei. Berechnen Sie Ihre echten Lohnnebenkosten — es wird Sie überraschen.
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Häufige Fragen zu Lohnnebenkosten

Was ist ein Lohnnebenkosten?
Ein Lohnnebenkosten ist ein Zusätzliche Kosten, die über den Bruttolohn hinaus pro Mitarbeiter anfallen, insbesondere Sozialversicherungsbeiträge. Für Handwerksbetriebe und Auftraggeber ist das Verständnis von Lohnnebenkosten essentiell, um rechtliche und finanzielle Risiken zu minimieren.
Was kostet ein Lohnnebenkosten?
Die Kosten für ein Lohnnebenkosten hängen von Material, Umfang und regionalen Preisunterschieden ab. Typische Kosten liegen bei 34–40 €. Für eine genaue Kalkulation empfiehlt sich ein Kostenvoranschlag vom Fachbetrieb. Privatkunden können die Arbeitskosten ggf. als Handwerkerleistung steuerlich absetzen.
Welche Arten von Lohnnebenkosten gibt es?
Es gibt verschiedene Varianten von Lohnnebenkosten, die sich in Material, Leistungsfähigkeit und Einsatzbereich unterscheiden. Die Wahl der richtigen Variante hängt von den spezifischen Anforderungen des Projekts, dem Budget und den geltenden Normen ab. Ein Fachbetrieb berät zur optimalen Lösung.
Lohnnebenkosten im Handwerk – Berechnung & alle Posten 2026 | Lexikon | Clean Invoice